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Epoch Times Deutschland / 2006
Gao Zhisheng, ein bekannter Menschenrechtsanwalt in China, er ist berühmt geworden als „Das Gewissen der chinesischen Anwälte“.
Im Jahr 2001 zählte das Justizministerium des kommunistischen Regimes in Peking Gao Zhisheng zu den zehn besten Anwälten Chinas. Er gehört zu der handvoll Rechtsanwälte, die sich für die grundlegenden Menschenrechte der Bürger einsetzen. Er begründete eine landesweite Hungerstreikaktion für die Menschenrechte in seinem Land. Im November 2005 schrieb er seinen dritten offenen Brief an die Regierung, in dem er aufforderte, die brutale Verfolgung des Falun Gong zu beenden, kurz danach wurde seine Anwaltspraxis von der lokalen Justizbehörde geschlossen. Seit seinem ersten Brief wurde er von 20 Agenten 24 Stunden am Tag überwacht. Am 17. Januar 2006 wurde ein erstes Attentat auf ihn verübt, dem er aber unverletzt entkam. Seine Telefon-, Fax-, und Internetverbindung gekappt, Besucher wurden abgefangen und verhört. 90 Agenten überwachten ihn und seine Familie Tag und Nacht, 10 Agentenautos verfolgten ihn bei seinen Fahrten.
Am 15.August 2006 wurde Gao Zhisheng wegen des „Verdachtes auf Verwicklung in kriminelle Aktivitäten“ verhaftet und auf Grund der internationalen Aufmerksamkeit schließlich „nur“ zu 5 Jahren „Haft auf Bewährung“ verurteilt. Anfang September 2007 wurde er erneut verhaftet und verschleppt nachdem er einen Appellbrief an den amerikanischen Kongress geschrieben hatte. Seitdem wird er an einem unbekannten Ort festgehalten.

Gao in seiner Heimat Shaanxi. Er trägt das blaue Band des Hungerstreiks für die Menschenrechte. (Foto: Ma Wendu)
Dritter offener Brief von Rechtsanwalt Gao Zhisheng, Peking, an die chinesische Regierung [gekürzte Version]
Wir müssen sofort die Brutalität stoppen, die das Bewusstsein und die Moral unserer Nation erstickt.
Hu Jintao, Wen Jiabao und alle anderen chinesischen Mitbürger, die ein Gewissen haben:
Ich, Gao Zhisheng, sende Euch meine Grüße aus der Stadt Changchun.
Zuerst möchte ich meine tiefste Trauer und mein Beileid für die unschuldigen chinesischen Mitbürger zum Ausdruck bringen, die durch die Regierung von Guangdong ums Leben kamen, und die Familienmitglieder der Opfer unterstützen. [1] Gleichzeitig möchte ich gerne meinen eindringlichen Protest ausdrücken gegen die Brutalität, mit der unsere liebenswerten Landsleute niedergemetzelt wurden. Ich bitte dringend darum, dass die höchsten Behörden den grundlegenden Prinzipien folgen, die von den zivilisierten Gesellschaften anerkannt werden, die Mörder und die Verantwortlichen bestrafen und die Familien der Opfer trösten und entschädigen!
Am 18. Oktober schrieb ich auch mit glühendem Eifer einen offenen Brief an Hu Jintao und Wen Jiabao, zwei meiner Landsleute, und rief ihre Regierung dringend dazu auf, „diejenigen, die sich frei für einen Glauben entschieden haben, nicht zu verfolgen und ihre Beziehungen zum chinesischen Volk zu verbessern“. Am nächsten Tag bekam ich zuhause unverhohlene Drohanrufe.
Ab dem dritten Tag fingen mindestens 10 Autos und 20 Polizisten in Zivil an, uns einzukreisen, zu überwachen und meine ganze Familie jeden Tag 24 Stunden lang zu verfolgen. Zwei Wochen nach der Veröffentlichung meines Briefes wurde mir mitgeteilt, dass ich meine Anwaltstätigkeit sofort zu beenden hätte. Es ist sehr bedauerlich, wie unser Land einen Bürger bedroht, der in aller Offenheit Vorschläge macht.
Eine weitere durch den offenen Brief ausgelöste, starke Reaktion war, dass mir Falun Gong-Praktizierende, die in der Vergangenheit verfolgt wurden, aus verschiedenen Gegenden Chinas schrieben, und mich in ihre Region einluden, um mehr über ihre wahre Situation zu erfahren. Ziemlich viele dieser Briefe kamen aus den Städten Changchun und Dalian. Seit dem 29. November war ich fast 24 Stunden täglich zwischen Jinan, einer Stadt in der Provinz Shandong, Dalian und Fuxin, zwei Städten in der Provinz Liaoning, und Changchun, einer Stadt in der Provinz Jilin, unterwegs, um eine weitere Reihe von Untersuchungen durchzuführen. Obwohl ich es sonst gewohnt bin allein zu reisen, hatte ich diesmal die Ehre, von Professor Jiao Guobiao begleitet zu werden. [2]
Mittlerweile hielten sich immer noch Scharen von Polizisten in Zivil Tag und Nacht um mein Zuhause herum auf, sie erzeugten eine Atmosphäre des Terrors und unterdrückten auf schlimme Weise meine ganze Familie. Am 29. November entkam ich den mehr als 20 Zivilpolizisten, die mich verfolgt und eingekreist hatten, und verbrachte 15 Tage damit, die Wahrheit auf meine eigene Art und Weise herauszufinden.
In diesem Brief werde ich auch keines der realen Probleme, die ich gesehen habe, verschweigen, selbst wenn das bedeuteten sollte, dass ich nach der Veröffentlichung dieses Briefs sofort verhaftet werden kann. Die 15-tägige Untersuchung führte mir die schmerzliche Wahrheit vor Augen. Das „Büro 610“ ist eine Mafia - oder kann zumindest als solche bezeichnet werden -, die sich innerhalb staatlicher Machtstrukturen befindet, beziehungsweise schon über der politischen Macht steht. Es ist eine Mafia, die alle politischen Ressourcen kontrollieren und steuern kann. Obwohl es sich um eine Organisation handelt, die außerhalb der Verfassung und der Vorschriften der Machtstrukturen des Landes existiert, übt das „Büro 610“ eine Macht aus, die nur Behörden der nationalen Regierung zustehen sollte, und sogar eine Macht, die über der Macht der Behörden der nationalen Regierung steht. Das „Büro 610“ übt eine Macht aus, über die seit der Entstehung der politischen Zivilisation der Menschheit auf dieser Erde noch nicht einmal ein Staat verfügt hat.
Wir können sehen, dass sich die Macht, die hinter der Zahl 610 steht, weiterhin an die Öffentlichkeit „ankoppelt“, mit Mitteln wie dem Töten des physischen Körpers und des Geistes eines Menschen sowie der Verwendung von Fesseln, Ketten, Elektroschockfolter und der „Tigerbank“. [3] Die Natur dieser Macht wurde zu der einer kriminellen Bande. Sie foltert weiterhin unsere Mütter, Schwestern, Kinder und unsere ganze Nation. Hu Jintao und Wen Jiabao! Sie als Mitglieder unserer Nation in ganz besonderen Positionen in dieser besonderen Zeit und als diejenigen, die im Herzen der meisten Menschen als jemand mit Gewissen betrachtet werden, jetzt ist der Moment gekommen, wo wir uns all dem stellen müssen. Während mein Herz bebt und mein Stift zittert, schreibe ich die tragischen Erfahrungen derjenigen nieder, die in den letzten sechs Jahren verfolgt wurden. Unter den wahren Berichten der unglaublichen Brutalität und unter den Aufzeichnungen der unmenschlichen Folter der Regierung gegenüber dem eigenen Volk waren die unmoralischen Handlungen, die meine Seele am meisten schockierten, die unzüchtige und vom Personal des „Büros 610“ und der Polizei sogar übliche Praxis, weibliche Genitalien zu misshandeln. Die Genitalien und die Brust fast jeder Frau und die Genitalien fast jeden Mannes wurden während der Verfolgung auf eine vulgäre Weise sexuell missbraucht. Fast jeder, der verfolgt wurde, egal ob Mann oder Frau, wurde vor jeder Folter zuerst nackt ausgezogen.
Am 28. Oktober 2005 um 16:20 Uhr wurden Frau Wang Shouhui (Mutter) und Herr Liu Boyang (ihr Sohn) aus der Stadt Changchun von Beamten des „Büros 610“ verfolgt und unrechtmäßig verhaftet. Beide wurden von der Polizei brutal gefoltert. Etwa um 20 Uhr starb der 28-jährige Liu Boyang durch die Folter. Etwa 10 Tage später wurde seine Mutter ebenfalls zu Tode gefoltert. Die Leichen der beiden Unglücklichen sind noch in den Händen von Beamten des „Büro 610“. Erst drei Tage nach Lius Tod informierten sie seinen Vater über dessen Tod, während der Zeitpunkt des Todes von Frau Wang unklar bleibt. Lius Vater suchte in seiner Stadt nach einem Rechtsanwalt, aber niemand wagte es, seinen Fall zu übernehmen. Der ältere Mann sagte: „In einer Gesellschaft wie dieser ist es härter zu leben, als zu sterben. Zu leben bringt mehr Schmerzen mit sich. Nachdem ich mich um ihr Begräbnis gekümmert habe, werde ich ihnen folgen und auch dahingehen.“
[...].Als Frau Wang am 11. April 2002 auf der Straße ging, wurde sie wieder von der Polizei der Zhenyang-Polizei-Station des Lüyuan-Distrikts entführt. Ihr wurden von der Polizei der ersten Division des Büros für Öffentliche Sicherheit von Changchun die Augen verbunden und sie wurde in einen geheimen Folterraum in Jingyueshan in Changchun gebracht. Zwei Tage und eine Nacht lang wurde sie auf der Tigerbank gefoltert und in dieser Zeit auch mit zwei Elektrostäben an den Brüsten maltraitiert. Drei Männer schlugen ihr mit der Faust auf Gesicht, Brust und Rücken. Davon brach Frau Wangs linker Kieferknochen und sie erbrach viel Blut. Später waren ihre Lungen in Mitleidenschaft gezogen. Als sie während ihres Aufenthalts im Polizeikrankenhaus Infusionen erhielt, wurden ihre Gliedmaßen festgebunden. Sie durfte nicht die Toilette benutzen. Stattdessen legte ihr das Krankenhaus einen Katheter in die Blase, sie erhielt keine entsprechende Versorgung. Fünf Tage und fünf Nächte lang konnte sie sich nicht bewegen. Infolgedessen ist ihre Blase dauerhaft verletzt und sie kann sie nicht mehr unter Kontrolle halten.
Am 27. Juni 2002 wurden Frau Wang und ihre Familie wieder von der Division für Politik und Sicherheit des Polizeireviers des Lüyuan-Distrikts entführt und zur Zhenyang-Polizei-Station gebracht. Frau Wang wurde einen ganzen Abend lang wie ein Ball zusammengebunden. Später, als sie im Internierungslager Nr. 3 in der Stadt Changchun rechtswidrig inhaftiert war, verbanden die Wächter 18 Tage lang ihre Handschellen mit den Fußfesseln, und sie wurde einen Monat lang zwangsernährt. Sie wurde dann in das Polizeikrankenhaus der Provinz gebracht; dort wurden ihre Gliedmaßen festgebunden und sie wurde über 30 Tage lang zwangsernährt. Sie wurde erst entlassen, als ihr Leben in Gefahr war. Zur gleichen Zeit folterten, prügelten und traten mehrere Polizisten der Zhengyang-Polizeistation Liu Boyang [ihren Sohn] auf brutale Weise. Sie schlugen ihm auch mit Lederschuhen ins Gesicht, banden ihn mit einem Seil, zogen ihm eine Plastiktüte über den Kopf, fesselten ihm die Arme auf dem Rücken und hängten ihn an Handschellen auf. Als Liu in der Luft hing, zerrten sie an seinen Füße oder zogen sie nach unten. Yuan Dachuan, ein Polizeioffizier, der die Folter durchführte, sagte schamlos: „Ich habe ziemlich viele Falun Gong-Praktizierende zu Tode gefoltert. Ich muss keine Verantwortung übernehmen, wenn ich dich totschlage“. Jedesmal, wenn sie gefoltert wurden, konnten Mutter und Sohn jeweils die Schreie des anderen hören, die Himmel und Erde, Geister und Gespenster erschütterten!
Sun Shuxiang, eine 48 Jahre alte Einwohnerin der Stadt Changchun, wurde innerhalb von sechs Jahren neunmal ohne gesetzliche Grundlage verhaftet. Hier einige Erfahrungen, die sie von der Zeit ihrer widerrechtlichen Verurteilung zur Zwangsarbeit beschrieb:
„Im Juli 2002 war ich im Haus meines Vaters. Ein Polizist in Zivil brach plötzlich in das Haus ein und fragte, ob ich Sun Shuxiang sei. Bevor ich ihm antworten konnte, wurde ich entführt. Am nächsten Tag setzte mich die Polizei der ersten Abteilung des Büros für öffentliche Sicherheit von Changchun in ein Auto und fuhr mit mir etwa zwei Stunden lang über eine holprige Straße.
Zwei Polizisten brachten mich an einen dunklen und Schrecken erregenden Keller und nahmen mir die Augenbinde ab. Acht oder neun Polizisten rannten in den Raum. Auf dem Tisch lagen drei Elektrostäbe in großen, mittleren und kleinen Größen, ein Packen mit Seilen und auf der anderen Seite waren drei Tigerbänke. Zwei Polizisten zwangen mich auf eine Tigerbank und legten meine Hände auf die Armlehnen, an denen Handschellen befestigt waren, die um meine Hände geschlossen wurden. Die Armlehnen auf der Tigerbank hatten eine Reihe Löcher mit unterschiedlicher Größe, die für unterschiedlich große Handgelenke passten. Die Polizisten legten geschickt einen Eisenstab von der Dicke des Daumens auf die zwei Armlehnen und drückten sie auf meine Brust und meinen Unterbauch, so dass ich mich unmöglich bewegen konnte. Ein Polizist deutete auf die Folterwerkzeuge und sagte zu mir: `Siehst du das? Wenn du kooperierst, können wir die Sache in etwa einer Stunde erledigen. Ansonsten lassen wir dich alle Arten von Instrumenten ausprobieren. Was geschah mit Liu Zhe und anderen (Praktizierenden, die getötet wurden)? Nur wenige kommen hier lebendig heraus.´“
„Ein scheinbar höflicher Polizist schlug mir zweimal ins Gesicht und fragte mich, ob ich irgendwelche Mitpraktizierenden kennen würde. Ich sagte nein. Er nahm einen Elektrostab, steckte seine zwei Klauen zwischen meine Rippen und fing an mich zu schocken. Er fragte mich wieder nach den Telefonnummern von Mitpraktizierenden, aber ich sagte nichts. Er fuhr dann mit dem Elektrostab über meine Fingerspitzen, während er mich fragte, welche Praktizierenden ich kenne. Er fuhr mit dem Elektrostab über meine Arme, über mein Gesicht und dann über die andere Körperseite. Danach fuhr er langsam ein zweites Mal mit dem Elektrostab über meinen Körper. Sie wechselten dann zu einem Stab mit höherer Spannung und fingen bei den Zehen an und fuhren über den Körper. Ich blieb noch ruhig. Sie fingen an den Zehen des anderen Fußes an und fuhren über meine andere Körperseite. Ich war noch immer ruhig. Dann fuhren sie mit dem Elektrostab über meine Augen. Ich fühlte meine Augen aus den Höhlen quellen und konnte nichts sehen. Ich weigerte mich immer noch etwas zu sagen, und sie setzten wieder meine Rippen unter Strom. Der Schmerz war unerträglich. Der Elektrostab bewegte sich auf meine Brust zu, als sie mich fragten, mit welchen Praktizierenden ich in Kontakt geblieben wäre. Vor Schmerz konnte ich nicht mehr sprechen, und die vertrauten Gesichter von Praktizierenden erschienen eines nach dem anderen vor meinen Augen. Ich hatte nur einen Gedanken: wie auch immer - ich würde über keinen Praktizierenden etwas sagen. Sobald ich etwas sagen würde, würde diese Person verhaftet und gefoltert. Die Polizei steckte mir den Elektrostab in den Mund, der dadurch überall verbrannt und geschwollen und außen von Blasen bedeckt wurde. Als sie mich schockten, sagten sie zu mir: ´Wenn du nicht sprichst, werden wir deinen Mund aufbrechen´. Sie steckten mir den Elektrostab wieder in den Mund. Nach einem Tag und einer Nacht der Folter lag ich im Sterben....!“ .[...]
Mit langsamer, sanfter Stimme erzählte Zhang Zhikui ruhig seine Geschichte der Verfolgung in der Stadt Changchun:
„Am Nationalfeiertag im Jahr 2000 ging ich zum Kulturplatz in Changchun City, um ein Banner zu entfalten und wurde verhaftet. Alle Nachrichtenagenturen in China logen. Sie erzählten nicht ein wahres Wort über uns. Deshalb wollten wir über die Wahrheit auf diese Weise berichten. Der Polizeichef Liang und andere Polizisten nahmen mir meinen Mantel weg und wickelten meinen Kopf damit ein. Sie banden meine Hände auf dem Rücken mit Handschellen zusammen, schleiften mich die Stufen hinunter und brachten mich zu einem Wagen. Das Auto fuhr zwei Stunden lang, und ich hatte den Eindruck, dass es weit weg war von der Stadt. Nachdem wir am Ziel angekommen waren, wurde ich in ein Haus geführt, wo mir der Mantel vom Kopf entfernt wurde. Ich fühlte mich schrecklich. Es gab eine Tigerbank in dem Raum. Mir war klar, dass wir auf einem Berg waren und ich hörte den Wind sausen. Der Polizeichef Liang und andere Polizisten zogen mich vollständig aus und zwangen mich auf die Tigerbank. Meine Hände wurden hinter meinem Rücken an einen Stock gebunden. Sie führten einen Eisenstab an meine Brust, meine Hüften und meine Beine. Die Enden dieser Stäbe wurden an die Tigerbank gebunden, so dass mein ganzer Körper eng auf die Tigerbank gedrückt wurde und ich mich nicht bewegen konnte. Meine Füße wurden in Eisenfesseln gesteckt und so unbeweglich gemacht. Dann nahm Liang ein scharfes Messer, etwa 30 cm lang, und rieb es einige Male an seinen Hosen. Er warf es auf den Tisch und sagte bösartig zu mir: “Zhang Zhikui, ich will, dass du heute hier stirbst. Deshalb foltere ich dich zu Tode und grabe ein Loch, um dich darin zu beerdigen. Niemand wird davon erfahren oder dich finden.“ Danach ging Liang hinaus. Mindestens drei Polizisten begannen, die Elektrostäbe zu laden, zwei andere Polizisten ergriffen meine Hände, die an den Stock hinter mir gefesselt waren, dann zogen sie meine Hände über meinen Kopf von hinten nach vorn. Ich hörte, wie die Knochen unaufhörlich krachten. Diese Folter wiederholten sie einige Male, und der furchtbare Schmerz ließ mich fürchterlich stöhnen. Danach wurde ein Eisenkübel auf meinem Kopf befestigt; sie schlugen heftig mit Stahlrohren drauf. Die starke Vibration und das laute Geräusch ließen meinen Kopf platzen. Nachdem ich so eine lange Zeit gelitten hatte, verbrannten die Polizisten meinen Rücken mit Zigaretten, und ich verlor durch den unerträglichen Schmerz das Bewusstsein. Daraufhin gossen sie kaltes Wasser über mich, um mich aufzuwecken. Schließlich zündeten sie Kerzen an und verbrannten mir damit den Rücken. Nachdem sie das Fleisch auf meinem Rücken verbrannt hatten, gossen sie heißes Wachs darüber. Durch den Schmerz bäumte sich mein Körper unaufhörlich auf und zitterte. Alles, was ich hören konnte, war das Krachen der Tigerbank, die durch meine Bewegungen gerüttelt wurde. Da schließlich kein Fleckchen heile Haut mehr an meinem Körper war, begannen die Polizisten, meine Geschlechtsteile mit den Elektrostäben zu schocken und durchstachen sie. Danach quetschten sie sie mit einem Eisenstab. Ich wurde ohnmächtig, und als ich wieder zu Bewusstsein kam, wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. In einer Nacht war mein Gesicht nach der Folter auf die mehrfache Größe angeschwollen, und mein ganzer Körper war in Blut getaucht. Ich war schlimm zugerichtet. Weil ich mich wegen der fürchterlichen Schmerzen gewunden hatte und die Haut und das Fleisch an den Gelenken dadurch blank lagen, konnte man die Knochen und Muskeln sehen. Als sie jedoch bemerkten, dass ich wach war, schleppten sie mich erneut nach draußen. Es war mehr als 10 Grad unter Null und sie gossen kaltes Wasser auf meinen nackten Körper. Sie ließen mich dort liegen und gingen zum Haus zurück. Eine halbe Stunde später kamen sie wieder heraus um nachzusehen, ob ich noch lebte. Ich wusste nicht, wie viel Zeit bis zum Morgen vergangen war. Ich befand mich am Rande des Todes. In diesem Zustand wurde ich zur Polizeiwache der Stadt Changchun gebracht. Dort gab es viele kleine Zellen, jede mit einer Tigerbank. Es waren dort weibliche Praktizierende auf jeder dieser Tigerbänke. Die meisten von ihnen lagen dort bewusstlos mit nacktem Unterkörper oder nur mit einem Tuch bedeckt.“ .[...]
„Wenn Falun Gong-Praktizierende während des Schlafens auch nur ein kleines Geräusch machten, wurden sie von ihren Mitgefangenen geschlagen. Dies alles führte dazu, dass Falun Gong-Praktizierende nicht einmal wagten einzuschlafen. Manchmal konnte ich nicht aufhören zu husten; deshalb schlugen mich die Mitgefangenen die ganze Nacht. Sie erlaubten mir überhaupt nicht zu husten. Ich wagte nicht, abends Wasser zu trinken, da wir nachts nicht auf die Toilette gehen durften. Einmal musste ich unbedingt zur Toilette und lief ganz schnell. Als ich zurückkam, schlug mich Xu Hui dermaßen, dass ich kaum noch atmen konnte. Er trat mich sehr heftig in die Nierengegend, so dass sich meine Nieren danach nicht mehr an ihrem eigentlichen Platz befanden. Daraufhin konnte ich mich einige Tage lang nicht mehr bewegen. Es gab einmal einen Dafa- Jünger, um die 20 Jahre alt, der hieß Sui Futao. Die Kriminellen fanden heraus, dass er die Schriften unseres Meisters in seinen Kleidern versteckte; sie schlugen ihn daraufhin über 50 Mal mit einem Schraubenschlüssel. Kurze Zeit später wurde dieser Praktizierende totgeprügelt.“
„Meine jüngere Schwester wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt und ihr Ehemann zur gleichen Zeit zu drei Jahren. Außerdem wurde ihr neun Jahre altes Kind aufgrund des Befehls des „Büros 610“ gewaltsam aus der Schule geworfen, nur weil sie Falun Gong praktizierten. Unter den Falun Gong-Praktizierenden, die mit mir in Verbindung blieben, wurden acht oder neun zu Tode geprügelt. Ihre Namen waren Wang Shouhui, Liu Boyang, Liu Chengjun, Xu Shuxiang, Wang Kefei, Yu Lixin und Deng Shiying. An die Namen der anderen Praktizierenden, die zu Tode verfolgt wurden, erinnere ich nicht mehr. Das sind die extrem grausamen Tatsachen!“
„Zhang Shuchun ist meine zweitjüngere Schwester. Als die Polizei versuchte, sie zu verhaften, sprang sie die Treppe hinunter. Die gebrochenen Rippen bohrten sich in einige ihrer Organe. Beine und Arme waren auch gebrochen. Sie wurde sofort ohnmächtig. Bald darauf blieben einige Passanten stehen, um nach ihr zu sehen und fragten, was passiert sei. Die Polizei vom „Büro 610“ antwortete: “ Sie hat mit ihrem Mann wegen einer Scheidung Streit gehabt.“ Da sie eine sogenannte „Gesuchte Kriminelle“ war, brachte die Polizei sie in ein Krankenhaus. Jedoch befanden es die Ärzte im Hospital nicht für nötig zu versuchen, eine Falun Gong-Praktizierende zu retten. Sie sagten: “Werft sie einfach hinaus“ und unglaublicherweise warf die Polizei sie in einem Vorort hinaus. Später wurde sie von einigen gutherzigen Menschen gerettet. Die Polizei jedoch setzte sie erneut auf die Fahndungsliste.“ .[....]
„Am 5. März 2002 gelang es einigen Dafa-Praktizierenden, ein Video über die Wahrheit von Falun Gong im Fernsehen zu veröffentlichen. Umgehend ordnete die Zentrale des „Büros 610“ in Changchun umfangreiche Verhaftungen an. Dabei wurde ich auch festgenommen. Die Polizei verhaftete zu dieser Zeit über 5.000 Dafa-Praktizierende. Über 50 Menschen mussten sich eine Gefängniszelle teilen. Sie brachten Dafa-Praktizierende aus Platzmangel sogar in den Toiletten unter. Die 1. Abteilung für öffentliche Sicherheit in Changchun verhaftete mich am 11. März 2002. Sie schlossen mich in der Polizeinebenstation in der Nähe des Caishen Tempels im Nanguan Bezirk in einen Eisenkäfig von 1,3 m Höhe ein. Ich konnte mich darin nicht aufrichten. In der Nacht des 12. März verhörten mich Gao Peng, Zhang Heng und einige andere Polizisten der 1. Division der Kriminalabteilung. Sie legten mir die Hände auf dem Rücken in Handschellen und stülpten mir einen Stoffsack über den Kopf. Sie schnürten den Sack mit einem Seil um meinen Hals fest, so dass ich nichts sehen konnte und kaum Luft bekam. Dann fesselten sie mich mit Seilen und legten mich in den Kofferraum eines Polizeiwagens. Sie fuhren zu einem Berg, wo sie Falun Dafa-Praktizierende willkürlich und gnadenlos folterten. Viele Mitpraktizierende wurden hier zu Tode gefoltert. Liu Haibo wurde völlig ausgezogen und musste sich niederknien. Die Polizisten trieben den längsten Elektrostab, den sie finden konnten, in seinen After und elektroschockten seine Organe. Liu starb sofort auf der Stelle. Liu Haibo hatte einen College-Abschluß.“
„Liu Yi, ein Arzt am Lüyuan Bezirkshospital, war Mitte Dreißig, als er in dieser Höhle des Teufels zu Tode gefoltert wurde. 23 Praktizierende wurden dort zu Tode gefoltert. Ich kannte viele von ihnen. Die Polizei begrub ihre Körper einfach in einem Loch. Xiang Min, eine hübsche Dafa-Praktizierende, wurde nach einer Runde Folter mitgenommen. Sie erzählte mir, dass die Polizei sie sexuell belästigte, indem sie ihr Gesäß packten, während sie ihr Elektroschocks gaben. Ungefähr 30 Praktizierende kamen während dieser Verhaftungswelle zu Tode.“
„Sie fuhren mich etwa 2 Stunden lang zu diesem berüchtigten Ort auf einem Berg. Ich hörte, wie sie den Wagen anhielten. Dann zerrten sie mich heraus und schlugen zugleich auf mich ein. Die Polizisten fluchten über mich und sagten, dass sie mich noch am gleichen Tag zu Tode foltern würden. Sie warfen mich gegen die Bäume, und ich stolperte 10 Minuten lang auf einem Weg zu einem Gebäude. Wir gingen Treppen rauf und runter und betraten schließlich einen Raum. Sie nahmen den Stoffsack von meinem Kopf. Die Polizisten sagten: “Mal sehen, wie du heute sterben wirst. Hier ist niemand lebend herausgekommen!“ Ich befand mich in einem kleinen Raum von etwa 50 Fuß im Quadrat. Es gab dort einen kleinen Tisch mit drei langen Elektrostäben, an denen Haken waren, ebenso ein Seil und ein Bett. Später merkte ich, dass das Bett für die Polizisten war, wenn sie sich ausruhen mussten, nachdem sie uns geschlagen hatten. Ich sah eine Tigerbank und viele Polizisten, die sich eifrig auf meine Folter vorbereiteten. Draußen hörte ich heftigen Wind. Dann zwangen mich einige Polizisten auf die Tigerbank. Sie banden mich auf die Bank und fesselten meine Hände auf dem Rücken hinter der Bank. Sie befestigten Eisenstäbe auf beiden Seiten der Tigerbank, bis ich mich nicht mehr bewegen konnte und fesselten meine Gelenke mit zwei langen Eisenringen. Alle fünf Minuten folterten sie mich. Sie bogen meine Arme vor und zurück und ich hörte, wie meine Knochen krachten. Die gewaltigen Schmerzen machten mich fast ohnmächtig. Durch den Schmerz begann ich zu schwitzen und zu weinen. Sie drückten meinen Kopf in Richtung meiner Beine. Da ich auf der Tigerbank gefesselt war, fühlte ich, wie meine Nackenknochen brachen und die Eisenstäbe in meine Brust und Magen stachen. Ich war daran, jede Minute zu ersticken. Sie machten die Seile an den Eisenringen fest und zogen ruckartig daran. Meine Gelenke taten unglaublich weh. Die Schmerzen am ganzen Körper ließen mich zittern. Sie wiederholten die Folter alle fünf Minuten. Mein Schweiß, meine Tränen und mein Blut tränkten mein Haar und meine Kleider. Später wurde ich wegen der unerträglichen Schmerzen ohnmächtig. Dann gossen sie kaltes oder heißes Wasser über mich, um mich aufzuwecken. Durch das heiße Wasser erhielt ich am ganzen Körper schwere Verbrennungen. Ich konnte dieses langsame Töten und das große Leiden nicht ertragen. Ich wünschte mir, sie würden mich erschießen.“ ..
„Im März 2002 folterten sie mich dreimal innerhalb von 17 Tagen in diesem Teufelsloch. Jedes Mal war die Folter noch brutaler. Die letzten zwei Mal war es Mitternacht. Jedes Mal kamen sieben oder acht Polizisten und zerrten mich aus der Zelle, um mich danach mehr tot als lebendig zurück zu bringen. Einmal wollten die Polizisten nicht, dass andere sahen, wie schrecklich ich gefoltert worden war. Sie zogen mir dicke Kleider an. Das Blut sickerte jedoch immer noch durch. Daraufhin zogen die Polizisten mir noch mehr an, das Blut durchweichte die Kleider und tropfte wieder heraus. Praktizierende dort konnten nicht schlafen wegen des Schreckens und der Sorge um die anderen Mitpraktizierenden. Die Polizisten „befragten“ jeden Tag alle Praktizierenden auf der Schwarzen Liste des „Büro 610“. Sie fesselten jeden Praktizierenden, zogen ihnen einen Stoffsack über den Kopf und fesselten ihre Hände hinter dem Rücken. Dann warfen sie sie in den Kofferraum des Polizeiautos und fuhren zum Teufelsloch auf dem Berg und folterten sie grausam.“
.... „Es war furchtbar, Zeuge des ganzen Prozesses einer Person zu sein, die zu Tode gefoltert wird. Die Wachen zwangsernährten Frau Guo zwei Monate lang; die unbiegsame Ernährungssonde wurde die ganze Zeit in ihrem Hals belassen. Da sie die Zwangsernährung nicht länger ertragen konnte, schluckte Frau Guo den ganzen 1,5 Meter langen Schlauch hinunter. Danach warf sie sich vor Schmerzen im Bett herum. Das Gefängnishospital weigerte sich, sie zu entlassen, aus Angst, dass sie die schreckliche Verfolgung offenbaren würde; deshalb intensivierten sie die Folter. Guo und ich wurden nackt ausgezogen und mit gespreizten Beinen ans Bett gefesselt. Die Polizei und die männlichen Insassen starrten jeden Tag unsittlich auf uns. Ein Gefängnisarzt kniff und schlug auf Frau Guos Vagina. Weil sie die extreme Folter nicht mehr ertragen konnte, verschluckte Frau Guo den Löffel, den sie ihr in den Mund steckten. Wegen der Schmerzen warf sie sich wieder im Bett hin und her. Der Gefängnisarzt schnitt ihren Magen auf, um den Löffel herauszuholen. Er machte absichtlich einen unnötig langen Schnitt, der von der Brust bis hin zur Vagina reichte. Er nähte den extrem langen Schnitt grob zu und schickte Frau Guo zum Sterben heim. Frau Guo erholte sich nicht mehr von dieser barbarischen physischen und psychischen Folter.“
„Frau Zhao Xiaoqin und ich wurden am gleichen Tag ins Gefängnishospital gebracht. Beamte des „Büros 610“ schlugen sie bewusstlos und warfen sie von einem Gebäude. Der Sturz verursachte eine Fraktur des linken Armes, eine Schwellung in der Größe einer Schale auf ihrem Kopf und sie wurde wahnsinnig. Der Gefängnisarzt wechselte den Gips an ihrem Arm den ganzen Sommer über nicht. Deshalb eiterte ihr Arm und Käfer krabbelten darin herum. Mir brach es das Herz, wenn ich sah, wie Frau Zhao litt. Ich war ebenfalls Zeuge anderer Ungeheuerlichkeiten in dieser Verfolgung. Wir weiblichen Praktizierenden wurden alle nackt ausgezogen und mit gespreizten Beinen 26 Tage lang auf ein Bettbrett gebunden. Wir wurden endlos gedemütigt und erlitten sexuelle Übergriffe von Polizisten, Ärzten und männlichen Insassen.“
Yang Guang, ein anderer Praktizierender, unterlag sogar noch fürchterlicherer Verfolgung. Ich zitiere Ausschnitte des Briefes, den mir ein Zeuge geschrieben hat:
„Yang Guang lebte in der Stadt Changchun, Provinz Jilin. Er wurde ohne rechtliche Grundlage seit Januar 2000 gefangen gehalten und hat unter der Regie von Direktor Liang und Beamten des Büros für öffentliche Sicherheit schwere Folter erlitten. Er wurde mit Elektroschock gefoltert, mit der Tigerbank, der Zwangsjacke, großem Aufhängen, Ersticken mit Plastiktüte und mit hochprozentigem Alkohol zwangsernährt. Die Täter folterten ihn manchmal ununterbrochen 40 Stunden lang. Durch die Folter wurde Hr. Yangs linkes Ohr taub, seine Arme bewegungsunfähig, er war von der Taille an nach unten gelähmt, hatte Nekrose in der rechten Hüfte, ein gebrochenes rechtes Bein, deformierte Füße, vereiterte Zehen, Nierenversagen und Hydrothorax (Ansammlung von Flüssigkeit im Brustkorb). Trotz seines lebensgefährlichen Zustandes wurde Herr Yang zu 15 Jahren im Jilin Gefängnis verurteilt.
Herr Yang wurde in den sogenannten nackten Bereich gesteckt, den Teil des Gefängnisses für behinderte Insassen. Hier ist es den Insassen das ganze Jahr über verboten, Hosen zu tragen, so dass der Aufwand für das Sauberhalten minimal ist. Die Insassen fertigten für Herr Yang einen speziellen Rollstuhl aus Stahlrohren an, mit vier Rollen und Brettern für Rücken und die Seiten. Der Sitz hatte ein Loch in der Mitte wie bei einem Toilettensitz. Wann immer Herr Yang mal musste, schoben ihn die Insassen in die Toilette. Wegen des Seitenteils und seinen bewegungsunfähigen Armen konnte Herr Yang sich danach nicht selber reinigen. Urin, Fäkalien und ein schmutziger Geruch umhüllten ihn das ganze Jahr über. In diesen nackten Bereich dringt keinerlei Sonnenlicht. Die Bedingungen sind äußerst unmenschlich. Der Bereich ist im Sommer kochend heiß und im Winter eiskalt. Der Platz zum Schlafen ist weniger als 60 cm breit. Die Nahrung ist widerlich und extrem dürftig. Wenn Herr Yang eine Reinigung braucht, rollen ihn die Insassen in den Wasserraum und bespritzen ihn mit einem Wasserschlauch, wischen ihn dann ab mit einem Mopp, aus dem die Nägel herausragen. Die Insassen nennen das „kosmetische Dusche“. Die Gefängnisleitung unterwarf Herrn Yang diesen untragbaren Bedingungen, um ihn zu zwingen, Falun Gong aufzugeben. Herr Yang blieb jedoch in seinem Glauben fest. Er wurde in Einzelhaft gebracht. Er wurde daraus nur entlassen, wenn er sich am Rande des Todes befand. Herr Yang wurde dann in einen spezielle Abteilung des Tiebei Gefängnisses in Changchun gebracht. Er erhielt überhaupt keinerlei medizinische Versorgung. Trotzdem verlangt das Gefängnis jeden Monat 1.000 Yuan von Herrn Yangs Familie. .[....]
.... „Ein Falun Gong-Praktizierender namens Li aus Klasse 3 konnte die seelische Folter nicht mehr länger ertragen und wollte sich erhängen. Das konnte verhindert werden. Zu der Zeit wollte ich keinen Augenblick länger leben. Ich war zu sehr gedemütigt. Allerdings wollte ich keine Stromschläge mehr erhalten. Ich hatte zu große Angst, sie nicht aushalten zu können. Dennoch wollte ich keine solchen unmoralischen Dinge mehr tun, wie unseren Meister und Falun Dafa verleumden. Ich sagte Liu, dass die Wachen sich nicht mehr trauen würden, uns so zu verfolgen, wenn jeder Praktizierende wagte sein Leben einzusetzen. Er sagte, er würde sein Leben für die anderen geben. Eines Tages, als wir draußen saubermachten, ging Liu von der Rückseite des Gebäudes in den dritten Stock und sprang kopfüber hinunter. Er war auf der Stelle tot. Bald darauf widerriefen viele Falun Gong Praktizierende alles, was sie entgegen ihrem Gewissen gesagt und geschrieben hatten als aufgrund der Folter verdrehte Tatsachen und erklärten es für ungültig; sie würden ihren Glauben und die Wahrheit entschlossen schützen. Aufgrund dessen steckte die Polizei die Praktizierenden, die die drei Erklärungen widerrufen hatten, in dieselbe Klasse und ließ sie Zwangsarbeit verrichten. Jeden Tag mussten sie um 5:00 Uhr aufstehen und bis 23:00 Uhr arbeiten. Dann schickten sie diese neun Praktizierenden für eine weitere Runde der Verfolgung ins Guanshan Arbeitslager.“
Mit stockendem Atem hörten wir ein Schicksal nach dem anderen, wie sie in dieser Verfolgung nicht nur einmal mit dem Leben davongekommen waren. Diese Geschichten würden selbst einen Teufel zu Tränen rühren; die beispiellosen und unvergleichlichen Szenen, die furchtbare Unmenschlichkeit, die bösartigsten grausamsten Foltermethoden, all dies ist derartig erschreckend. Angesichts dieser unserer Landsleute, die so gefasst und friedlich die Geschichte ihrer barbarischen Verfolgung erzählten, können wir nicht umhin, diejenigen, die Uniformen mit dem Staatswappen tragen, zu fragen: „In den letzten sechs Jahren, unter der fast 60 Jahre währenden Herrschaft der Kommunistischen Partei, wie viele solcher unmenschlichen Taten habt ihr begangen und verborgen?“ ....
Hu Jintao, Wen Jiabao und alle chinesischen Mitbürger: Jetzt ist es Zeit, wir, das gesamte Volk, müssen ernsthaft nachdenken! Es gibt kein Volk auf diesem Planeten oder in der menschlichen Geschichte, das so sehr gelitten hat, das in Friedenszeiten nur wegen seines Glaubens eine so lange andauernde, weit reichende und derartig schlimme Katastrophe erlitten hat. Diese bis heute andauernde Katastrophe hat Tausende kostbarer Leben von unschuldigen Mitbürgern gekostet. Hunderttausende von Menschen wurden ihrer Freiheit beraubt. Die Fakten, die wir gesehen haben, belegen in anschaulicher Weise, dass alle unsere Landsleute während ihrer Gefangennahme körperlicher Misshandlung und mentaler Folter unterliegen, die für die zivilisierte menschliche Gesellschaft unfassbar sind. In dieser völlig irrationalen Verfolgung werden hundert Millionen Falun Gong-Kultivierende und mehrere hundert Millionen ihrer Familienangehörigen verhört und bedroht; sie verlieren ihre Arbeitsplätze, ihre Chance auf Arbeit, ihr Einkommen und ihr Vermögen. Sie erleben Verfolgung und Unterdrückung aller Art. Wie absurd, gefährlich und unmoralisch ist diese Verfolgung! Sie bildet einen permanenten Widerspruch zum gesamten chinesischen Volk, der menschlichen Zivilisation und dem moralischen Fundament der gesamten Gesellschaft! Welche Begründung können wir noch vorbringen, um das Nachdenken darüber abzulehnen? .......
Im Rahmen dieser Untersuchung habe ich festgestellt, dass diese irrationale Verfolgung die Polizei dazu bewegt, alle erdenklichen bösartigen Methoden einzusetzen, um das Ziel der Umerziehung zu erreichen. Diese von der menschlichen Natur so weit entfernte Verfolgung gegen gläubige Menschen zeitigt die „Früchte“ dieses Systems: Die Polizei in China ist durch und durch kriminell geworden, sie hat keinerlei Rechts- und Berufsbewusstsein mehr, sie betrachtet es als ihre normale Arbeit und Befugnis, Menschen wie Fisch und Fleisch zu behandeln. In dem von ihr beherrschten Bereich hinter der Mauer wird eine Gurke für 25 Yuan[1] und ein gegrilltes Hähnchen für mehrere 100 Yuan verkauft. Die Schlafplätze in der Zelle, die eigentlich öffentliches Eigentum sind, sind auch zur Ware geworden, und der Preis für einen Schlafplatz beträgt 2.000 Yuan pro Monat. Viele Gefangene, die kein Geld haben, leiden in der Nacht unmenschliche Qualen. Die chinesische Polizei hat nicht nur keinerlei Moral mehr, sondern bei ihr ist kaum noch das fundamentale Schamgefühl eines Menschen zu finden. ......
Zum Schluss möchte ich Ihnen, Hu Jintao und Wen Jiabao, bei allem Respekt folgendes sagen: Wir müssen den Mut und die Moral aufbringen, einzugestehen, dass diese politische Maschinerie, die unsere Nation ein halbes Jahrhundert lang rücksichtslos gefoltert hat, in jedem seiner Einzelteile mit dem Blut und den Tränen unschuldiger Menschen befleckt ist. Wir müssen den Mut und die Moral aufbringen, einzugestehen, dass das tragische Schicksal unserer Nation, seit Tausenden von Jahren unter Diktatur und Tyrannei zu leiden, bis heute andauert und immer noch kein Ende abzusehen ist. Wir müssen den Mut und die Moral aufbringen, einzugestehen, dass unsere Nation und unser Volk das Recht hat, nach Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten zu streben und dass diese Sehnsucht niemals zuvor so glühend war wie heute. .....
Ich wünsche Ihnen, Hu Jintao und Wen Jiabao, für das Neue Jahr Frieden und Gesundheit. Möge das Neue Jahr meinen Mitbürgern eine neue Welt bringen! Möge Gott das chinesische Volk segnen!
Ihr Mitbürger
Gao Zhisheng
Changchun, Provinz Jilin, 12. Dezember 2005
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