VR China: Lukrativer Handel mit geraubten Organen

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Königstein/Frankfurt/M. / 30.03.07

Die Anschuldigungen sind grauenerregend – in staatlichen Institutionen der VR China wurden Gefangenen bei lebendigem Leibe Organe entnommen und verkauft. Im März 2006 wurde ein solcher Organraub erstmals aufgedeckt. Der Menschenrechtsanwalt David Matas und der ehemaligen kanadische Staatssekretär für den Asien-Pazifikraum, David Kilgour, untersuchten die Anschuldigungen. Matas und Kilgour blieb es verwehrt, in die VR China zu reisen, um dort Nachforschungen anzustellen. Aus dem Studium relevanter Informationen und Interviews ziehen die Autoren jedoch eindeutige Schlüsse. Kilgour und Matas berichteten heute auf Einladung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und des Verlags Epoch Times Europe auf der internationalen Chinakonferenz in Königstein über ihre Untersuchung.

Die Organe werden den anästhesierten Menschen an einem Ort entnommen und an einem anderen Ort den zahlungskräftigen Empfängern transplantiert. Die Gefangenen, die der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong angehören, sterben entweder im Verlauf der Operation oder werden unmittelbar im Anschluss daran getötet. Weil die Leichen verbrannt werden, gibt es keine Körper, die im Nachhinein als Quelle eines Transplantats identifiziert werden könnten. Die Beweisführung für diese Anschuldigungen gestaltet sich extrem schwierig, denn die bei der Organentnahme Anwesenden sind entweder Täter oder Opfer; es gibt weder Überlebende noch Zuschauer, und am Tatort bleiben keine Spuren zurück.

 

China: Mehr Transplantate als Spender. Organtransplantation in Shanghai. Bild: dw-world


Matas: Mehr Transplantate als Spender

Einen wichtigen Hinweis für die Richtigkeit der Anschuldigung sehen die Autoren in der Tatsache, dass es viel mehr Transplantate gibt, als erkennbare Quellen. Bekannt ist, dass viele Organe von exekutierten Häftlingen stammen und nur sehr wenige von Familienmitgliedern auf freiwilliger Basis gespendet werden. Die Gesamtzahl der Exekutierten und der freien Spender erreicht aber nicht annähernd die Gesamtzahl der Transplantate, so dass hier riesige Lücken bleiben. Schon die genaue Anzahl der exekutierten Häftlinge ist nicht bekannt. Die Schätzungen sind im Vergleich zur Anzahl der weltweiten Exekutionen enorm, aber entsprechen nirgends der geschätzten Gesamtzahl an Transplantaten. Für den Zeitraum 2000-2005 bleibt die Herkunft von etwa 41.500 Transplantaten ungeklärt.

Kilgour: Reich werden um jeden Preis

David Kilgour postuliert einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Organraub und dem chinesischen Wirtschaftsboom: "Ein weiterer Schlüssel zur Erklärung des weit verbreiteten Organraubs liegt im 'Hund-frisst-Hund'-Prinzip der chinesischen Wirtschaft, die Deng Xiao Ping in den späten 70er Jahren einführte. Dieser 'Raubtierkapitalismus' verfolgt nur das eine Ziel 'Reich werden um jeden Preis'."

Die in Frankfurt ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte fordert die VR China auf, Kilgour und Matas mit einer Untersuchungskommission die Einreise nach China zu ermöglichen und ihnen den Zugang zu Gefängnissen, Lagern und Krankenhäusern sowie Gespräche mit dem medizinischen Personal, Gefangenen und Angehörigen zu ermöglichen.

IGFM: In der VR China wurden lebende politische Gefangene als Organspender missbraucht

 
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